Der Müll muss weg!

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Stuttgart, 30.06.15 gegen 19 Uhr – am Neckar in Bad Cannstatt Nähe des Theaterschiffs sind heute Greenpeace Aktivisten in besonderer Mission unterwegs:

„Mir reicht es!“, sagt Aksel Garves vom Arbeitskreis Meere bei Greenpeace Stuttgart, "ich kann diesen ganzen Müll nicht mehr sehen! Das ganze Ufer ist voll davon. Vor allem Plastikmüll ist ein gefährlicher Stoff, landet am Ende meist im Wasser, zersetzt sich zu Mikroplastik und gelangt dann in unsere Nahrungskette.“

Statt sich wie jede Woche Dienstags im Büro zu treffen und zu konspirieren wie man die Weltmeere rettet, haben sich heute acht Ehrenamtliche zur aktiven Maßnahme der Müllbeseitigung am Neckarufer getroffen. Herr Schößling von der AWS (Abfallwirtschaft Stuttgart) steht den Müllsammlern helfend zur Seite. Greifzangen, Mülltüten und Handschuhe werden leihweise zur Verfügung gestellt und der gesammelte Müll am nächsten Tag vom Abfallamt abgeholt und entsorgt.

Anerkennung und spontane Mithilfe

Am heutigen sonnigen Tag waren am Neckarufer viele Passanten und Erholungssuchende unterwegs die Zeuge der ungewöhnlichen Aktion wurden. Bis auf ein paar Missmutige, die sich offenbar von den müllsammelnden Menschen mit Greenpeace-T-Shirt provoziert fühlten, gab es sehr viel Anerkennung! Ein Mann half spontan mit, Zigarettenkippen aufzusammeln und eine Erzieherin, die sich auf einem Spielplatz ausruhte, sammelte bis zum Schluss mit uns Plastikverpackungen, künstliche Fingernägel, jede Menge Kronkorken und Zigarettenkippen, Teppichreste, Kondome und unzählige andere Dinge, die man sich an diesen Orten nicht vorstellen möchte. Menschen, die auf Parkbänken saßen oder am Ufer grillten, versicherten uns schuldbewusst, ihren Müll auf jeden Fall wieder mitzunehmen, andere zogen den Hut vor so viel Engagement!

Nach knapp 2 Stunden das Ergebnis: Drei volle Müllsäcke! Wenig auf den ersten Blick, doch wiederrum viel wenn man bedenkt, wieviel kleine Plastikteile und Zigarettenkippen gesammelt wurden. „Das machen wir im September nochmal“, so Akel Garves zu der Aktion. Die anderen nicken. Warum nicht? Am Ende ist es ein richtig schönes Gefühl über ein sauberes Ufer zu blicken. Von Greenpeace wurden schon einige Male an verschiedenen Orten solche Aktionen durchgeführt, auch Schulklassen wurden schon im Rahmen des Unterrichts in Fächern für ökologisches Bewusstseins eingebunden.



Hintergrundinformationen:

Zehn Millionen Tonnen Müll landen jährlich im Meer, der Großteil davon ist Plastik. In den Ozeanen treiben riesige Inseln aus Kunststoff, jährlich sterben hunderttausende Meerestiere und Vögel, die Plastik fressen, sich darin verheddern oder daran ersticken. Plastik wird aus Erdöl hergestellt, ist biologisch nicht abbaubar und braucht bis zu 450 Jahre, um sich zu zersetzen, dann ist es immer noch als Mikroplastik vorhanden und zieht wie ein Schwamm giftige Substanzen wie Schwermetalle und Quecksilber an. Je größer ein Fisch, der Plastik verschluckt, desto mehr reichern sich die Gifte in der Leber an, auf unserem Teller ist das Gift auch bei uns Menschen angekommen. Eine erste Studie zeigt, dass kleinste Plastikpartikel das Wachstum von Algen und Wasserflöhen stören.

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