Möbelampel veröffentlicht

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Greenpeace Stuttgart hat im Rahmen einer Pressekonferenz die erste Möbelampel veröffentlicht.

Woher kommt mein Esstisch? Wie wurde er hergestellt?

Es wurde untersucht, welche Angaben zu Herkunft und Produktion der Möbelhandel am Produkt anbringt. Und somit wieviel Transparenz für den Kunden hergestellt wird.

Greenpeace fordert eine vollständige Kennzeichnung der Möbelstücke bestehend aus:

  • korrekter Holzart
  • botanischem Namen
  • Herkunftsland Holz
  • Herstellungsland Möbel

Da Holz ein nachwachsender Rohstoff ist, gilt er bei vielen als Sinnbild für Nachhaltigkeit. Ist das tatsächlich so?

Holz ist weltweit einer der am meisten gehandelten Rohstoffe. Bäume wachsen zwar ständig nach, doch das Wachstum dauert je nach Holzart sehr lange. Eine Eiche zum Beispiel braucht je nach Region 180–300 Jahre bis zur sogenannten Hiebsreife, eine Buche 100–140 Jahre. Durch die Abholzung im Regenwald verliert der Boden dort sehr schnell seine Fruchtbarkeit. Die in den Tropen sehr dünne, nährstoffreiche Erdschicht wird durch den vielen Regen in den Tropen weggeschwemmt und ist anschließend sehr schwer bis unmöglich wieder zu bepflanzen.

Wälder erfüllen zwei wichtige Klimafunktionen:

Erstens sind sie gigantische Kohlenstoffspeicher. Sie speichern zusammen mit den Kohlenstoffmengen im Waldboden mehr Kohlenstoff als in der Atmosphäre vorhanden ist. Wird der Wald gerodet so werden in kurzer Zeit große Mengen an Kohlenstoff freigesetzt, die im Wald langfristig gebunden werden (über unterschiedliche Effekte, Boden, kurzlebige Holzprodukte, etc.).
Zudem steuern Wälder Verdunstung, Wasserkreisläufe und somit das Wetter. Der derzeitige rasante Waldverlust trägt maßgeblich zum Klimawandel bei.

Wussten Sie, dass UNO und Interpol den wirtschaftlichen Wert des illegalen Raubbaus auf bis zu 100 Milliarden US-$ schätzen?
Illegaler Holzeinschlag macht bis zu 30% des Welt-Holz-Geschäfts aus.
Oftmals finanziert das Geld, das mit Holz aus zweifelhafter Herkunft erwirtschaftet wird, Krieg & Waffenhandel.

Ob Teak, Wildeiche oder Buche – beim Kauf von Holzprodukten ist äußerste Vorsicht geboten. Denn ganz egal ob in Asien, Europa oder Amerika, die letzten Urwälder dieser Erde schwinden rasant. Eine Fläche dreimal so groß wie Deutschland der letzten weltweit verbliebenen intakten Waldwildnisflächen wurden zwischen 2000 und 2013 zerstört.

Oft wird illegal eingeschlagenes Holz mit gefälschten Papieren weltweit gehandelt und gelangt so auch auf den deutschen Markt. Fälschung, Bestechung, Bedrohung und Gewalt gehören dabei zu den klassischen Vorgehensweisen der Holzräuber. Die Infrastruktur die durch den illegalen Holzeinschlag geschaffen wird, ist oft der Türöffner für Wilderer auf der Jagd nach Schimpansen, Gorillas oder Waldelefanten. Der Lebensraum von Braunbär und Amurtiger wird zerstört.

Auch für die Menschen vor Ort sind die mafiösen Strukturen ein großes Problem. Die Arbeitsbedingungen in den illegalen Holzfällercamps sind katastrophal, der Umgang mit Gegnern der Abholzung brutal. Ebenso schwindet mit den Bäumen die Lebensgrundlage vieler Menschen – der Wald liefert ihnen Nahrung und Medizin.

Die aktuelle Möbelampel sehen Sie im Foto. Die Ampel wird regelmäßig aktualisiert.

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