Plastik in Kosmetik

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Lippenstift von Astor, Waschgel Clearasil, Feuchtigkeitscreme von Balea sind nur eine kleine Auswahl der Produkte, die Mikroplastik enthalten. Bei einer deutschlandweiten Aktion hat Greenpeace Stuttgart am 19.11. als eine von 70 Greenpeace Gruppen auf das Plastik-Problem aufmerksam gemacht. Direkt vor der Drogeriemarktkette Müller in der Königstraße sammelten sie Unterschriften, um Umweltministerin Barbara Hendricks dazu auffordern, sich für ein Mikroplastik-Verbot in Kosmetika einzusetzen.

 

Kunststoffe in allen möglichen Varianten

Denn tatsächlich vercremen wir alle jährlich einige Liter Peelings, Duschgels, Bodylotion und Make-up, die über das Abwasser in die Umwelt gelangen und hier erheblichen Schaden anrichten. Die Inhaltsstoffe der Kosmetika sollen eigentlich Haut und Haaren Gutes tun, wer jedoch einen genauen Blick auf das Kleingedruckte wirft und über ein solides Chemiewissen verfügt, erlebt eine böse Überraschung: Kunststoffe in fester, flüssiger, gel- oder wachsartiger Form verstecken sich hinter den schwer einzuordnenden Angaben. Verräterisch ist hier unter anderem die Vorsilbe „Poly“ – die künstlichen Polymere sollen den Glanz verbessern, Oberflächen abschmirgeln oder Cremes streichfähiger machen. Geworben wird damit schon länger nicht mehr, denn wer schmiert sich gerne Plastik auf den Körper und ins Gesicht?

 

Plastik in der Nahrungskette

Doch das eigentliche Problem ist ein anderes: Über das Abwasser gelangen die Plastikteilchen ungefiltert in Flüsse und Meere. Dort lösen sich zunächst giftige Zusatzstoffe wie Stabilisatoren oder Weichmacher. Weil es nicht biologisch abbaubar ist, zerfällt außerdem das Plastik nach und nach in kleinste Teile zu Mikroplastik und wird wiederum von Lebewesen aufgenommen. Wissenschaftler haben Plastik in Plankton, aber auch in den Fischen und Krebstieren auf unseren Tellern nachgewiesen, etwa in Thunfisch, Garnelen und Muscheln.

Die Gesetzgebung zu Plastik in Kosmetika ist momentan lückenhaft und Herstellerangaben irreführend, weil es keine einheitlichen Definitionen gibt. So kann das nicht weitergehen! Greenpeace fordert deshalb ein gesetzliches Verbot von Plastik in Kosmetik-, Wasch- und Reinigungsprodukten. Die Hersteller müssen auf die Verwendung von Kunststoffen in solchen Produkten verzichten und nachweislich biologisch abbaubare Alternativen natürlichen Ursprungs einsetzen.

Bis dahin ist zertifizierte Naturkosmetik mit biologisch abbaubaren Inhaltsstoffe eine gute Wahl. Beispielsweise mit Naturkosmetiksiegel des BDIH, von NaTrue, EcoCert oder Demeter. Wer etwas Zeit und Lust darauf hat, kann sich seine eigene plastikfreie Kosmetik leicht selbst herstellen.

 

Publikationen

  • PDF icon Flyer Plastik in KosmetikPDF |4.05 MBWas für Probleme bringt Plastik in Kosmetik mit sich? Wie erkenne ich Plastik in Kosmetik?

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Kosmetik selbermachen

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