Rettet das Herz des Amazonas

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Eine bunte Linie von 7,6 km und zahllose Logos mit einem Herzen wurden heute früh mit wasserlöslicher, biologisch abbaubarer Kreide von uns gezeichnet. Damit machen wir auf das Großprojekt im Amazonas aufmerksam.

Warum ist die Linie 7,6 km lang?

Im Herzen des Amazonas sind gigantische Staudammprojekte zur Energiegewinnung geplant. In den nächsten zehn Jahren warten allein 40 neue Wasserkraftwerke auf ihre Fertigstellung. Ein konkretes Projekt ist der von der brasilianischen Regierung angedachte “Sâo Luis do Tapajós“ Damm, am Tapajós Fluss mitten im Amazonasbecken. Der Damm soll eine Länge von 7,6 km haben.

Wie verläuft die Linie in Stuttgart?

Die Linie verläuft von den Einkaufsstraßen vorbei am Stuttgarter Rathaus, verbindet den Landtag von Baden-Württemberg mit dem brasilianischen Konsulat und endet an der Wilhelma.

Jeder Stuttgarter kann durch bedachten Konsum etwas für den Erhalt des Regenwaldes tun. Auch die Stadt Stuttgart kann Projekte zur nachhaltigen Entwicklung in Brasilien initiieren, z.B. im Rahmen einer Städtepartnerschaft. Aber auch das Land Baden Württemberg könnte mehr tun, um Brasiliens Wirtschaft ökologisch und ökonomisch durch echte Entwicklungspartnerschaft zu unterstützen. Brasilien hat Rohstoffe wie Silicium und könnte damit seinen eigenen Energieerzeugungssektor ausbauen, so bleibt die Wertschöpfung im Land. Im dortigen Amazonienhaus der Wilhelma befinden sich eines Tages vielleicht die letzten lebenden Pflanzen und Tiere des Amazonasgebietes.

Wasserkraft ist doch eigentlich gut, oder?

Eigentlich, Großprojekte wie der jetzt geplante Staudamm gefährden jedoch die Artenvielfalt und zerstören den Lebensraum indigener Völker wie den Munduruku. Die Dimension des ersten geplanten Stausees stellten wir auf dem Schlossplatz mittels einer begehbaren Landkarte dar und zeigten welche Kulturschätze wir hier verlieren würden, wenn dieses Großprojekt hier entstünde.

Der Stausee ist um ein Vielfaches größer als die Fläche der Stadt Stuttgart. Die zu rodende Waldfläche besitzt ebenfalls erhebliche Ausmaße.

Stadt Stuttgart: 207,36 km²

Stausee Tapajos: 729 km²

Fläche der Region Stuttgart: 3659,99 km²

Indirekte Entwaldung durch den Staudamm: 2200 km²

Der Amazonas-Regenwald speichert 175 Milliarden Tonnen Kohlenstoff. Das entspricht einem Viertel des weltweiten Waldkohlenstoffspeichers. Damit trägt der Amazonas erheblich zur Stabilisierung des globalen Klimas bei. Zudem ist der Amazonas die weltgrößte Reserve für Frischwasser.

Was haben wir damit zu tun?

Wie wir an der Wettersituation schon erkennen können geht das Klima uns alle etwas an. Die Zerstörung der Heimat von indigenen Völkern steht nicht im Einklang mit unseren europäischen Werten. Die Firma Siemens könnte das Zünglein an der Waage sein. Siemens produziert Turbinen für dieses Megastaudammprojekt, obwohl sie angeblich für Fairness und Innovation stehen. Ist es wirklich fair, die Heimat des Volkes der Munduruku zu zerstören?

Welche Alternativen gibt es für Brasilien?

Beim Infostand vor dem Amazonienhaus in der Wilhelma wurden ganztägig Zusammenhänge und Lösungen erklärt und für Solidarität mit den indigenen Völkern geworben. Dazu sammelten wir Teilnehmer für eine symbolische Menschenkette um das Gebiet der Munduruku. Sie kämpfen seit vielen Jahren für die Anerkennung ihrer verfassungsgemäßen Rechte.

Was kann ich tun?

Unterstützen Sie die Petition.

 

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