Stuttgarter Fischliste

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Hintergrund

Laut Welternährungsorganisation FAO sind ein Großteil der Speisefischbestände bis an die Grenze genutzt teilweise sogar überfischt oder erschöpft. Neben zu großen Fangmengen belasten zerstörerische und verschwenderische Fangmethoden die Fischbestände. Lösungen sind die Reduzierung der Fangquoten, schonende Fangmethoden und Meeresschutzgebiete.

Konventioneller Supermarkt oder Biomarkt?

Bereits seit 2005 recherchiert Greenpeace Stuttgart deshalb jedes Jahr ökologisch empfehlenswerte Fischprodukte in den Geschäften der Stadt - vom Bio-Laden bis zum Discounter. Unsere Nachforschungen zeigen, dass die Biomärkte mittlerweile im Vergleich zu den Supermärkten weniger nachhaltige Produkte anbieten. Die Rechercheaktion wurde jedoch von allen Biomärkten begrüßt.

Nachhaltige Fischprodukte 2016/17

Neuestes Ergebnis der Recherche ist die "Stuttgarter Fischliste 2016/17". Diese liefert Verbrauchern eine beispielhafte Auswahl an nachhaltigen Fischprodukten und zeigt, wo diese angeboten werden. Dabei legen wir Wert auf eine möglichst breite Auswahl an Produkt- und Fischarten sowie an Läden, in denen diese gekauft werden können.

Die Bewertungen der Fischliste richten sich nach den Angaben des jeweils aktuellen "Greenpeace Einkaufsratgeber Fisch". Dieser stuft die Bestände der gängigsten Speisefischarten nach ökologischen Kriterien ein, ohne aber wie die Stuttgarter Fischliste konkrete Produkte zu nennen. Damit Verbraucher die richtige Wahl treffen können, brauchen sie dafür entsprechende Informationen, die auf der Verpackung oder an der Frischtheke zu finden sein sollten. Ist die Kennzeichnung vollständig, kann der Verbraucher mit Hilfe des Greenpeace Fisch-Einkaufsratgebers die richtige Wahl treffen. Fehlen Angaben, dann sollte man beim Personal nachfragen. Der Einzelhandel soll darauf aufmerksam werden, dass die Verbraucher wissen möchten, wo ein Produkt herkommt und wie es erzeugt wurde.

Kann man dem MSC-Siegel vertrauen?

Bei Wildfisch werden zunehmend Produkte mit dem Siegel des "Marine Stewardship Council" (MSC) im Handel angeboten. Während der Grundgedanke des MSC prinzipiell richtig ist, hat das Siegel zahlreiche Schwächen, so dass es aus Greenpeace-Sicht nicht uneingeschränkt empfehlenswert ist. Auch Produkte mit gesetzlich nicht geschützten Bezeichnungen, wie zum Beispiel "kontrollierter Fang" oder "traditionelle Fischerei" stehen nicht unbedingt für Nachhaltigkeit.

Hinweise für Verbraucher

  • Essen Sie weniger Fisch, diesen dafür bewusst.    
  • Fragen Sie Ihren Lebensmittelhändler nach genauer Herkunft und Fangmethode des Fischs.    
  • Kaufen Sie Fisch nach den Empfehlungen des Greenpeace Fisch-Einkaufsratgebers.    
  • Nutzen Sie die Stuttgarter Fischliste für Ihren Einkauf. Hier finden Sie eine Auflistung von Produkten, die für nachhaltigen Fischkonsum stehen.

Was fordert Greenpeace?

  • Eine konsequent nachhaltige Bewirtschaftung der Fischbestände.    
  • Den Abbau der Überkapazitäten der weltweiten Fangflotten.    
  • Den Einsatz von schonenden Fangmethoden, die Beifang vermeiden und das Ökosystem nicht schädigen.    
  • Die Einrichtung von großflächigen Schutzgebieten, die mindestens 40 Prozent der Meere abdecken.

Publikationen

Weiterführende Links

Greenpeace Fischerei
Greenpeace Einkaufsratgeber Fisch

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