Tempo machen für blauer Engel

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„Haaaatschi!“

„Gesundheit! Hannes.“

„Danke Lisa. Haste mal nen tempo?“

Lisa: „Hier bitte ein Klimaschutztuch.“

„Was sind denn klimaschädliche Tücher, Lisa?“

„Papiertaschentücher ohne das Zeichen des Blauen Engel.“

„Aha, was ist bei denen mit dem Blauen Engel anders?“

„Für Papiertücher mit dem Blauen Engel werden keine Bäume gefällt, keine Urwälder gerodet.“

„Cool, das ist ja sogar ganz weich. Und warum ist das gut fürs Klima?“

„Wälder speichern Kohlenstoff. Ganz viel und sehr lange. Wenn die Wälder für Papier gerodet werden ist dieser Kohlenstoff plötzlich in der Luft und heizt den Klimawandel an. Und für die Herstellung der Tücher wird sogar weniger Energie verbraucht, als für Tücher ohne blauen Engel“

„Lisa, meine Oma hatte immer so selbstgenähte Stofftaschentücher, das ist doch auch klimafreundlich oder?“

 

Wussten Sie, dass Nase putzen mit Papiertüchern einen Einfluss auf  Klima und Artenvielfalt hat?  Da sind Sie nicht alleine. Vielen Menschen in Stuttgart ist das nicht bekannt.

Eine Möglichkeit für uns ehrenamtliche Greenpeace-Mitglieder aktiv zu werden. Aber wie? Die Idee wir nähen wie zu Omas Zeiten Stofftaschentücher.

Bei 0 Grad und Schneeregen heute in der  Innenstadt beim Alten Schloss. Und klar, wir transportieren unsere gesamte Ausrüstung umweltfreundlich zu Fuß auf einem Handkarren.

Und nähen, wenn es vor Ort keinen Ökostrom gibt?  Ein Kollege hatte auf dem Dachboden noch eine alte Nähmaschine. Kriegen wir die wieder zum Laufen? Und ansonsten halt so ganz klassisch von Hand.Gesagt getan.

Also los geht’s. Ihre nächste Packung Taschentücher hat das Zeichen des Blauen Engel.

Sie bekommen diese in Drogerie-und Supermärkten. Spartipp:  sie sind oft sogar günstiger als bekannte Markenprodukte. Der Blaue Engel garantiert 100% recycelte Fasern, Gebrauchstauglichkeit und ist schadstoffgeprüft.

Und vielleicht haben Sie selbst zu Hause auch noch Stofftücher. Einigen Besuchern fielen sie heute wieder ein, die Tücher aus Omas Kiste.

Hintergrund: Jedes Jahr werden in Deutschland einige kg Hygienetücher pro Person verbraucht. Zum großen Teil bestehen diese aus Fasern eigens hierfür gefällter Bäume. Diese stammen aus Asien, Südamerika und auch aus den großen nordischen Wäldern, der Heimat des Rentiers.

Diese Waldwildnis, die die Arktis um den gesamten Erdball herum umgibt, erstreckt sich von Alaska und Kanada über die skandinavischen Länder bis nach Russland an das Beringmeer. Dieser nördliche Waldgürtel ist so etwas wie die grüne Krone unserer Erde.

Es ist nach den tropischen Wäldern das zweitgrößte Waldökosystem der Welt – und von immenser Bedeutung für die Menschen und das Klima. Kahlschläge führen hier zu einem Verlust der Klimaschutzfunktion. Denn neben den tropischen Wäldern ist diese Krone der größte Kohlenstoffspeicher der Welt. Es sind vor allem die Böden, die den Kohlenstoff speichern. Fehlen die Bäume trocknet der Boden aus und der Waldboden setzt Kohlensoff frei. Für Papiertaschentücher werden auch in schützenswerten Waldflächen des hohen Nordens Bäume gefällt!

In der Schweiz ist das sogenannte Stoffnastuechli, vor kurzem von Greenpeace ins Leben gerufen, schon ein großer Erfolg

Mehr Infos:

https://greatnorthernforest.org/int

https://www.greenpeace.ch/2017/10/06/tatort-borealer-wald/

 

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