Ver-Kehrwoche in Stuttgart

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Mooswände und ein Verbot für alte Dieselfahrzeuge sind die neuen Maßnahmen für die Verbesserung der Luftqualität in Stuttgart. Ob damit die Feinstaubbelastung deutlich und nachhaltig reduziert werden kann, ist zweifelhaft. Klar ist, dass etwas getan werden muss, da die vorgegebenen Grenzwerte zu häufig überschritten wurden. Die Belastung durch Feinstaub und Stickoxide stellt ein großes gesundheitliches Problem dar, denn sie belastet die Atemwege, verschlimmert Lungenkrankheiten und kann zu Herzinfarkten führen.

Die Lebensqualität steigt indem der Autoverkehr abnimmt

Städte mit weniger motorisiertem Verkehr sind sicherer, leiser und lebenswerter. Gefragt ist also ein alternatives Mobilitätskonzept, das umfassende Maßnahmen vorsieht: Die Autos müssten weitestgehend aus den Innenstädten verbannt werden, im Gegenzug dazu muss der öffentliche Nahverkehr in den Innenstädten kostenlos und so für alle nutzbar werden. Der Autoverkehr könnte zusätzlich zu Fahrverboten und autofreie Zonen auch durch eine City-Maut reduziert werden, die abhängig von den Schadstoffklassen der Autos erhoben werden könnte.
Ein monatliches Mobilitätsbudget könnte den Bürgern für die Nutzung der Verkehrsmittel (ÖPNV, Bikesharing, Elektrocarsharing)  in der Stadt zur Verfügung gestellt werden. Neben dem kostenlosen Angebot des öffentlichen Nahverkehrs muss dieser auch ausgebaut und die Taktung erhöht werden. Der Fahrradverkehr müsste ebenso massiv gefördert werden – hierzu müssen mehr und miteinander vernetzte Fahrradwege sowie mehr Angebote zum Bike-Sharing entstehen.

Insgesamt gewinnt die Stadt durch das Verbot von Autos auch an Platz. Dieser kann neu genutzt werden – zum Beispiel als Treffpunkt für Sport- oder Kulturveranstaltungen, oder einfach nur zum gemütlichen flanieren – und so die Innenstadt lebendiger werden lassen.

Die Ver-Kehrwoche für saubere Luft

Greenpeace Stuttgart fordert diese Maßnahmen während der Ver-Kehrwoche. Am 4. März gab es dazu einen bundesweiten Aktionstag "Städte wollen atmen!" von Greenpeace Deutschland zu sauberer Luft. Greenpeace Stuttgart hat an diesem Tag auf dem Marienplatz über schlechte Luftqualität durch den Autoverkehr informiert, und die Menschen dazu eingeladen ihre Meinung zu möglichen Lösungswegen abzugeben. Schon am 3. März wurde die Skulptur "Denkpartner" auf dem Börsenplatz mit einem Mundschutz ausgestattet, um zusammen mit dem Slogan "Atemlos durch die Stadt" auf die Problematik aufmerksam zu machen.

Weiterführende Links

10 Maßnahmen für eine gesunde Mobilität
Diesel: Das Problem

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