Zwangsräumungsbescheid

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Auf dem Marienplatz wurden die Passanten heute vor eine schockierende Tatsache gestellt: Stuttgart soll als Ort für einen 7,6 Kilometer langen und 53 Meter hohen Staudamm dienen. Sie wurden für die Durchführung des Projekts zur Räumung ihrer Wohnung aufgefordert. Siemens-Manager und Bauarbeiter verteilten die Schriftstücke mit der überraschenden Botschaft.

Am Ende konnten die Stuttgarter jedoch aufatmen. Die vermeintlichen Manager und Bauarbeiter waren Mitglieder der Greenpeace-Gruppe Stuttgart und die Zwangsräumung droht nicht ihnen, sondern dem Volk der Munduruku, das am brasilianischen Tapajós -Fluss lebt. Über 40 Staudämme sind an diesem Seitenarm des Amazonas geplant. Mehr als 2.600 km² wertvollster Regenwald würden alleine durch den ersten und voraussichtlich größten dieser Dämme zerstört. Eine der Firmen, die sich am Bau des Staudamms beteiligen könnte, ist Siemens. Doch die Beteiligung am zerstörerischen Tapajós -Projekt passt nicht zum innovativen Image einer Firma, die sonst Nachhaltigkeit und Klimaschutz groß schreibt. Im Gegenteil, der Damm würde nicht nur das indigene Volk aus seiner Heimat vertreiben und den Lebensraum endemischer Tierarten zerstören, sondern auch den Klimawandel beschleunigen.

Daher lauten die Forderungen von Greenpeace:

• Keine Beteiligung jeglicher Art am Tapajós-Staudamm-Projekt, sowie an anderen zerstörerischen Staudammprojekten in sensiblen Ökosystemen wie dem Amazonas.

• Keine Beteiligung an Projekten, die die Rechte indigener Bevölkerung bedrohen.

• Einsatz für einen verantwortungsvollen Ausbau einer dezentralen Energieversorgung mit Wind und Sonne in Brasilien sowie Investitionen in Energie-Effizienz-Maßnahmen.

• Feste Verankerung des Klimaschutzes in die Unternehmenspolitik: Urwaldschutz, Ausbau von erneuerbaren und Ausstieg aus fossilen Energien.

Wer sich diesen Forderungen anschließen möchte kann dies hier tun.

Lösungen von Greenpeace International für die globale Energierversorgung mit Verweisen auf Brasilien finden sie (englisch) hier.

. Eine Ausarbeitung eines alternativen Energienkonzepts entwickelt von Greenpeace Brasilien in portugiesischer Sprache.

Unsere Aktion zum Anhören im Greenpeace Radio unter Audio.

Das Radio sendet jeden 4. Dienstag um 18 Uhr eines Monats unter Antenne 97.2 und Kabel 102.1.

Wollen Sie schnell wissen wie die weltweite Energieversorgung funktionieren kann? Unter Video können sie eine kleinen englischsprachigen Film anschauen.

Und Sie fragen Sich, wie soll das gehen mit Solar und Wind? Wie kann hier eine Grundversorgung sichergestellt werden? Wie kann das Netz kontrolliert werden? Haben Sie schon von Windgas gehört? Nein? Mit Windgas lässt sich die Energie von Sonne und Wind speichern. Ohne Abhängigkeiten von Erdgaslieferländern und ohne Urwaldzerstörung.

Wie kann ein Schwellenland wie Brasilien ausreichend nachhaltige Energie zur Verfügung haben? In diesem Report von Greenpeace Brasilien werden in portugiesischer Sprache konkrete Lösungen speziell für Brasilien erläutert

 

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