Demonstration gegen TTIP

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Greenpeace Stuttgart hat sich am 18. April 2015 am Aktionstag gegen das geplante Freihandelsabkommen TTIP beteiligt. Mit einem großen Banner unter dem Motto „TTIP gefährdet Umweltschutz“ beteiligten sich viele Ehrenamtliche am Demozug. Weitere 43 Ortsgruppen in anderen deutschen Städten folgten dem weltweiten Demonstrationsaufruf.

„Geheim verhandelte Handelsabkommen dürfen nicht unsere Umwelt- und Verbraucherstandards verringern und ermöglichen, dass Konzerne Staaten vor privaten Schiedsgerichten verklagen können,“ sagt Sonja Schlosser von Greenpeace Stuttgart, „Deshalb fordern wir den Stopp  der TTIP-Verhandlungen.“

Die Demonstration mit über 1000 Menschen startete um 13 Uhr am Urbansplatz. Die Strecke ging von der Landeswasserversorgung über 7 Gemeingüter-Stationen wie unter anderem dem Gewerkschaftshaus und dem Katharinenhospital bis zum Wilhelmsplatz. Nach dreieinhalb Stunden Marsch quer durch die Innenstadt ging es Sarah Haendel von der Bewegung "Mehr Demokratie e.V." bei der dortigen  Abschlusskundgebung vor der SPD-Landeszentrale um die  Botschaft:  "SPD, hol's Gemeinwohl vom Silbertablett für die Großkonzerne!"

Dabei wurde ein riesiges Silbertablett mit Pappkisten bestückt, die unsere Gemeingüter wie zum Beispiel Kultur, Gesundheitswesen oder Umweltschutz symbolisierten.

Hintergründe zum Freihandelsabkommen

In den vergangenen Jahrzehnten hat Greenpeace mit dazu beigetragen, dass in der Europäischen Union notwendige Umweltschutzstandards aufgestellt wurden. Anwendung finden diese zum Beispiel beim Einsatz von Gentechnik und Pestiziden in der Landwirtschaft oder beim Klimaschutz. Diesen Standards stehen die Lobby-Interessen der Wirtschaft in den USA wie auch in der EU entgegen. Industrieverbände wollen die Schutzstandards und das ihnen zugrunde liegende Vorsorgeprinzip im Rahmen der TTIP-Verhandlungen abbauen. 

In ganz Europa sowie in den USA und Kanada protestierten am 18. April Menschen gegen diese Handelspolitik. Über 400 Organisationen unterstützen in der Europäischen Union die selbstorganisierte Europäische Bürgerinitiative „STOP TTIP“. Über 1,6 Mio. Bürgerinnen und Bürger haben bereits eine diesbezügliche Petition unterzeichnet. „Diesen Protest können die Verhandlungsführer nicht mehr ignorieren, wenn in New York am 20. April 2015 die neunte TTIP-Verhandlungsrunde beginnt,“ betont Sonja Schlosser.