Gegen Kohle auf dem Kirchentag

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Mit Unterstützung der Stuttgarter Gruppe präsentierte Greenpeace auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 3.–7. Juni in Stuttgart eine Ausstellung zum Ausstieg aus der Braunkohlewirtschaft. Gleich am Eingang von Zelt Nummer 18 trafen die Besucher auf eine alte Bergwerkslohre, die randvoll mit Kohle geladen war. Symbolartig wurde hiermit auch schon die Zielrichtung vorgegeben: Aus den schwarzen Kohlestücken wachsen Windräder empor. Der Trend hin zu erneuerbaren Energien und weg von der schädlichen Braunkohle ist bereits Realität. So war es auf großformatigen Fotos zu sehen, die den Tagebau in Ostdeutschland, aber auch auf Dächern installierte Solarzellen in aller Welt zeigten.

Trotz der drückenden Hitze im Zelt war das Interesse am Thema groß: "Was passiert mit den Arbeitsplätzen, wenn die Kohlezechen geschlossen werden?" wollte ein Besucher aus dem Ruhrgebiet wissen. Und: "Was ist mit den Schneisen für die Leitungen, um den Strom aus den erneuerbaren Energien zu transportieren?" Viel Skepsis, aber auch viel Zuspruch begegnete dem Team am Greenpeace-Stand, das mit umfangreichem Infomaterial auf fast jede Frage eine Antwort parat hatte. Mit Unterschriften konnten die Besucher außerdem eine Petition zeichnen, die auf Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel den Druck erhöht, die selbstgesteckten Klimaziele endlich ernst zu nehmen und die Stromgewinnung aus der Braunkohle zu beenden.

Wie schnell gelingt der Ausstieg aus der Kohle?

Besondere Beachtung fand eine Art Simulator, an dem die Besucher schätzen konnten, wie der Energiemix in Zukunft aussehen könnte. Atomstrom, Braunkohle, Gaskraftwerke und erneuerbare Energien standen zur Wahl. Aber wer den Regler für die erneuerbaren gleich auf 100% stellte, wurde enttäuscht: Realistischer ist der komplette Umstieg bis 2050, und zwar sozialverträglich für den Arbeitsmarkt, wie Greenpeace in einer aktuellen Studie darstellen konnte.

Für die Dringlichkeit eines Ausstiegs spricht noch mehr als die Tatsache, dass bei der Verbrennung von Braunkohle gewaltige Mengen CO2 freigesetzt werden. Neben diesem klimaschädlichen Gas kommen nämlich große Mengen Quecksilber in die Atmosphäre, ein für Mensch und Tier höchst gefährliches Gift. Das war auch für manchen Klimaexperten neu und ein Grund mehr besagte Petition zu unterschreiben.

Wem die Hitze im Zelt und die Brisanz des Themas schließlich doch zu viel wurde, konnte sich mit einem kostenfreien Eiskaffee an der Stand-Bar erfrischen. Geschwitzt haben auch die professionellen Greenpeace-Experten aus Hamburg und die Ehrenamtlichen aus der Stuttgarter Gruppe, die mit Ihrem Einsatz ein großes und mitunter internationales Publikum erreichen konnten.

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