Hand in Hand gegen Braunkohle

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Zusammen mit 6000 weiteren Klimaschützern hat sich Greenpeace Stuttgart vergangenen Samstag in einer Protestaktion für eine Zukunft ohne Braunkohle eingesetzt. Hand in Hand bildeten die Demonstranten am Tagebau Garzweiler II eine siebeneinhalb Kilometer lange Menschenkette und machten sich so für den Kohleausstieg stark.

Aus ganz Deutschland nach Garzweiler

Greenpeace, BUND und andere Umwelt- und Entwicklungsorganisationen hatten gemeinsam zur größten Anti-Kohle-Demo im Rheinland aufgerufen. Aus ganz Deutschland reisten Klimaschützer an, um für den Ausstieg aus der Kohle zu demonstrieren. Die Zahl von 5000 erwarteten Teilnehmern wurde überschritten: mehr als 6000 Menschen halfen mit, die Anti-Kohle-Kette zu schließen. Sie startete in Keyenberg und verlief quer durch das verlassene Immerath. Beide Dörfer sollen dem Braunkohletagebau Garzweiler weichen, die Bewohner werden zwangsumgesiedelt.

Dehnen sich die Tagebaue aus, vernichten sie nicht nur Heimat, sie treiben durch ihren CO2-Ausstoß auch den Klimawandel voran. Das rheinische Revier gilt mit seinen vier Kraftwerken als die größte Kohlendioxidquelle Europas. Mit rund 85 Mio Tonnen CO2 stößt die Region mehr als zwei Prozent der jährlichen Emissionen in Europa aus.

Kohleabbau beschleunigt Klimawandel

Schon heute sind die Folgen des Klimawandels spürbar. Flüsse treten häufiger über ihre Ufer, Stürme und Tsunamis zerstören ganze Regionen und Dürren nehmen Mensch und Tier die Lebensgrundlage. Fossile Energieträger wie Braunkohle tragen mit ihrem hohen CO2-Ausstoß dazu bei, dass sich die Folgen in Zukunft verschlimmern könnten. Um dies zu verhindern, müssen drei Viertel der fossilen Energiequellen im Boden bleiben - und damit ein Großteil der zum Abbau genehmigten deutschen Braunkohle.

Unterstützt durch die Bevölkerung fordern die Organisatoren der Protestaktion die Bundesregierung deshalb dazu auf, die schmutzigsten Kohlekraftwerke sofort abzuschalten und einen sozialverträglichen Fahrplan für den Ausstieg aus der Braunkohle bis spätestens 2030 vorzulegen.

Kohlelobby darf den Ton nicht angeben

"Fast drei Viertel der Bundesbürger unterstützen die Drosselung der Kohleverstromung für den Klimaschutz“, sagt Chris Methmann von der Bürgerbewegung Campact. Gleichzeitig versuchen Kohlelobby und Gewerkschaften ihre eigenen Interessen durchzusetzen. „Statt den unausweichlichen Strukturwandel weg von der Kohle hin zu den Erneuerbaren aktiv zu gestalten und den Arbeitnehmern eine langfristige Zukunft zu eröffnen, klammern sich die Gewerkschaften an die Kohle.”, so die Energie-Expertin bei Greenpeace, Susanne Neubronner.

Der von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) geplante Klimabeitrag wird von den Organisatoren der Menschenkette als erster wichtiger Schritt begrüßt. Doch zuerst muss der Tagebau Garzweiler II gestoppt werden.

>>> Setzen auch Sie ein Zeichen für den Kohleausstieg, indem Sie die Petition hier unterzeichnen. Alle Infos zur Anti-Kohle-Kette finden Sie hier.

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