Keine Geschäfte mit Walfängern!

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Hintergrund

Die intensive industrielle Bejagung hat innerhalb weniger Jahrzehnte viele Walarten an den Rand der Ausrottung gebracht.
Neben anderen Ländern, die kommerziell Wale jagen, umgeht Island das Walfangverbot der Internationalen Walschutzkommission IWC mit einem juristischen Kniff. In dieser Fangsaison stehen erneut 154 Finnwale auf Islands Abschussliste, davon fanden bis jetzt bereits 100 Tiere den Tod. Finnwale gelten laut Liste der bedrohten Arten der Weltnaturschutzunion IUCN als bedroht.

„Deutsche See“ und die isländische Waljagd

Die "Fischmanufaktur Deutsche See" bezieht Fisch vom isländischen Fischerei­unternehmen "HB Grandi hf", das personell und über Kapitalanteile mit der isländischen Walfangindustrie verbunden ist. HB Grandi hf stellt z.B. Werkhallen zur Verfügung, in denen Finnwalfleisch für den Export vorbereitet wird.

Auf diesem Weg unterstützt Deutsche See die isländische Waljagd. Ein Signal des deutschen Haupthandels­partners nach Island hätte Gewicht, denn der Fisch-Export ist der Grundpfeiler der isländischen Wirtschaft. Das Konkurrenzunternehmen Frosta und die Supermarktkette Norma haben bereits beispielhaft ihre Geschäftsbeziehungen zu HB Grandi hf gelöst.

Protestaktionen in Stuttgart und weltweit

"Deutsche See macht Geschäfte mit Walfängern!" – mit diesem Schriftzug kennzeichneten am 06.09.2014 Greenpeace-Aktivisten zeitgleich in 23 deutschen Städten Produkte von Deutsche See. Die Aufkleber zeigten das Firmenlogo verfremdet als harpunierten Wal.
Auch in Stuttgart haben wir uns an dieser Aktion beteiligt und den Warnhinweis in diversen Edeka-Filialen auf Produkten angebracht.
Bereits zum zweiten Mal waren wir vor Ort und haben im und vor dem Markt gegen die Verstrickung von Deutsche See und isländischer Waljagd protestiert, sowie Verbraucher über die Zusammenhänge aufgeklärt und Protestunterschriften gesammelt. Schauen Sie sich dazu auch unser Video "Deine Unterschrift gegen Walfang" (Youtube) an!

Deutsche See hat bisher leider nicht konsequent reagiert und erhält die fraglichen Geschäftsbeziehungen nach Island weiter aufrecht. Neben Edeka verkaufen auch die meisten anderen Supermarktketten Produkte von Deutsche See.

Auch die Kritik aus dem Ausland wächst. Im April 2014 hatte zunächst US-Präsident Obama diplomatische Sanktionen gegen Island verhängt. Die EU-Staaten der IWC, darunter Deutschland, bereiten nun eine diplomatische Protestnote gegen den isländischen Walfang vor.

Was können Verbraucher tun?

Mit den geschildeten Aktionen unterstützen die Greenpeace-Ehrenamtlichen den Protest zahlreicher Verbraucher, die sich bereits per Email, Brief oder Facebook an Deutsche See gewandt haben.

Die Vorlage für einen Protestbrief an Deutsche See finden Sie hier zum Ausdrucken.

Mehr Informationen zum Thema bietet unser Factsheet "Deutsche See und der Walfang".

 

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