Palmöl ist überall!

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Auf der Verpackung Ihrer Kekse, der Nudelsauce, Tütensuppe, der Schokocreme und anderen Lebensmitteln steht jetzt Palmöl oder Palmfett in der Zutatenliste.

Neu ist das nicht: Diese Lebensmittel enthalten schon sehr lange Palmöl. Neu ist aber eine neue EU-Richtlinie zur Kennzeichnung von Lebensmitteln, nach der diese Zutat nun explizit ausgewiesen werden muss.

Palmöl, was ist das eigentlich?

Die gute Nachricht, es ist pflanzlich und natürlich. Die weniger gute Nachricht ist die Art wie das Öl gewonnen wird. Die Ölpalmen werden vor allem in Indonesien und Malaysia, angebaut, aber auch in Afrika und Südamerika. Dort befinden sich die letzten tropischen Urwälder unserer Erde.

Die Urwälder Indonesiens sind der Lebensraum zahlreicher Tierarten, des OrangUtans und sie sind auch Heimat und Lebensgrundlage von Menschen. Das ist noch nicht alles. Die Torfböden auf denen die Regenwälder Indonesiens wachsen, speichern die unvorstellbare Menge von 60 Milliarden Tonnen Kohlenstoff. Das ist mehr als alle Menschen im Jahr 2011 verbrauchten.

Für die Ölpalmen werden riesige Flächen dieser Regenwälder gerodet. Die Ölpalmen werden auf diesen gerodeten Flächen in Monokulturen gepflanzt. Das führt zum Austrocknen der Torfböden und enormen Freisetzungen des Treibhausgases Kohlendioxid. Tiere und Menschen verlieren ihre Lebensgrundlagen. Dabei nehmen internationale Großkonzerne zum Teil auch keine Rücksicht auf die lokale Bevölkerung oder missachten die geltenden Gesetze. Die Länder sind so groß, dass die Landesregierungen gar nicht so schnell am Ort der Abholzung oder Brandrodung sein können. Hier bei uns wäre es undenkbar, dass einfach jemand kommt und unseren Garten umpflügt. Und falls doch, haben wir hier Systeme, die uns davor schützen können.

Es geht auch anders: Umwelt-und sozialverträglicher Anbau von Ölpalmen, ohne die steigende Zerstörung unberührter Wälder ist möglich. Zum Beispiel in Genossenschaften selbstständiger Kleinbauern. Dabei werden die Ölpalmen in Mischkultur mit anderen Nahrungsmittelpflanzen angebaut. Durch die Mischkultur auf bereits landwirtschaftlich genutzten Flächen wird die Umwelt geschont und zudem der Ertrag gefördert.

Sie als Verbraucher können nun anhand der Zutatenliste entscheiden, welche Produkte Sie kaufen. Palmöl aus Raubbau oder aus sozialem Bio-Anbau.

Greenpeace empfiehlt: Fragen Sie bei den Herstellern Ihrer Produkte nach, aus welchem Anbau das enthaltene Palmöl stammt!

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