Schützt die Arktis!

Media

Am 11.01.2015 bekam der Stuttgarter Flughafen Besuch aus dem hohen Norden: Eisbär Paula, lebensgroß, schneeweiß und wunderschön. Im Terminal 3 hat der Arktisbewohner die Fluggäste auf seine bedrohte Heimat aufmerksam gemacht. Unterstützt wurde Paula dabei von den Ehrenamlichen von Greenpeace Stuttgart, die Infomaterial an Interessierte verteilten und Unterschriften für den Schutz der Arktis sammelten.

Die Arktis und die Antarktis gehören zur letzten noch unberührten Wildnis auf der Erde. Leider sind die Regionen am Nordpol und am Südpol durch den Klimawandel, die Industrialisierung und das unkontrollierte Ausbeuten natürlicher Ressourcen bedroht.

Die Arktis erwärmt sich durch den Klimawandel derzeit schneller als der Rest der Erde. Das Eis ist das Fundament der polaren Ökosysteme. Schrumpft und schwindet es, hat dies erhebliche negative Folgen für alle Polbewohner. Doch gibt es auch Menschen die das schmelzende Eis begrüßen: Im Boden des arktischen Ozeans werden große Öl-und Gasvorkommen vermutet. Das zurückgehende Eis könnte eine Ausbeutung schon bald möglich machen. Ein Teufelskreis: Werden diese Rohstoffe gefördert und verbrannt, heizen sie das Klima noch weiter an.

Parallel ist ein Anstieg des Schiffsverkehrs zu erwarten, wenn die Nord-West- sowie Nord-Ost-Passage eisfrei zu Frachtrouten werden. Nicht auszudenken, was ein Tankerunglück in dem hochsensiblen Ökosystem anrichten würde.

In der Arktis ist es derzeit schwierig, das gefährliche Vordringen der Menschen zu stoppen, da es bisher nur ein Flickwerk verschiedener, rechtlich meist unverbindlicher Regularien gibt.
Daher ist als erster Schritt ein Sofortverbot nötig: für jegliche industrielle Nutzung in Bereichen der Arktis, die bisher natürlicherweise durch Eis geschützt waren.

In der Antarktis sind menschliche Aktivitäten seit 1961 durch den "Antarktischen Schutzvertrag" geregelt. 1991 gelang Greenpeace nach langjähriger Kampagnenarbeit unter dem "Weltpark Antarktis" ein wichtiger Erfolg: 26 Staaten unterzeichneten ein Schutzabkommen, welches die Förderung von Mineralrohstoffen für einen Zeitraum von 50 Jahren verbietet und 1998 in Kraft trat. Das Abkommen erklärt die Antarktis zu einem "dem Frieden und der Wissenschaft gewidmeten Natur-Reservat." ... Eine Lösung, die auch Vorbild für die Arktis sein sollte.

Greenpeace fordert:

  • Ein Moratorium gegen industrielle Ausbeutung für den Bereich des arktischen Ozeans, der bisher ganzjährig von Eis bedeckt war.
  • Das Moratorium muss so lange in Kraft bleiben, bis ein rechtsverbindliches übergeordnetes Rahmenwerk verabschiedet ist, das den Schutz des Ökosystems und der Menschen der Arktis gewährleistet.
  • Die Mitgliedstaaten des Antarktischen Schutzvertrags müssen endlich ihr Versprechen einlösen, den Kontinent dem Frieden und der Wissenschaft zu widmen. Dazu gehört ein Netzwerk von Meeresschutzgebieten, die mindestens 40 Prozent des Südpolarmeers ausmachen.

Tags