Wachstum neu denken!

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Das Team 50+ von Greenpeace Stuttgart hat bereits zum zweiten Mal zur Diskussion über die Postwachstumsgesellschaft eingeladen. Kern unserer global vernetzten Wirtschaft ist ständiges Wachstum, das ungezügelten Natur- und Ressourcenverbrauch verursacht.

Wie es anders gehen könnte, erläuterte André Reichel, Professor am Strategy, Finance & Innovation Department der International School of Management in Stuttgart. Zu Beginn seines Vortrags ging Reichel auf die Covid-19 Pandemie ein, die unsd dazu bringen wird, über Wirtschaft in Bezug auf Natur/ Ressourcen neu nachzudenken. Die Gelder, die jetzt zur Unterstützung der Wirtschaft gezahlt werden, müssten und könnten in ein “grünes Wachstum” fließen.

In der Post-Corona-Politik müsse die Abkehr von Wachstumszwängen sowie die Förderung nicht-marktlicher Bereiche im Mittelpunkt stehen.

  • Eine kostenneutrale öko-soziale Steuerreform, der Abbau von schädlichen Subventionen, Steuersenkungen auf ökologisch erwünschten Konsum (z. B. beim ÖPNV)
  • Ein Ordnungsrecht mit Materialeffizienz & Kreislaufwirtschaft und einem ökologischen Wettbewerbsrecht
  • Arbeitszeitverkürzung, z. B. eine kurze Vollzeit mit 32 Stunden und ein Grundeinkommen, z. B. eine negative Einkommenssteuer
  • Ökonomie, die Austausch ermögliche, lokal und regional

In der anschließenden Diskussion mit Tahir Karaca, Gruppenkoordinator von Greenpeace Stuttgart, Peter Jakobeit von der Gemeinwohlgruppe Stuttgart und Dr. Martina Merklinger, Geschäftsführerin des Welthauses Stuttgart – moderiert von Ilse Majer-Wehling vom Team 50+ ging es u. a. um die Frage:  Wo ist Wachstum überhaupt nötig? Es gibt Bereiche, die wachsen müssen, so z. B. Erhalt des Naturkapitals. Dafür muss die Politik klare, stringente Regeln für alle Gesetze in allen Bereichen aufstellen.

Es wurde außerdem die Gemeinwohlökonomie angesprochen, die auf Kooperation anstelle von Konkurrenz setzt und in einer grünen Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen könne. Gerade kleine und mittlere Firmen hätten mit dieser Unternehmensform eine Chance. Auch eine konsequente Kreislaufwirtschaft wurde als notwendig angesehen. Abschließend war man sich einig, dass Druck aus der gesamten Gesellschaft kommen muss, wenn wir die langfristigen Krisen, wie Artenrückgang und Klimakrise stoppen wollen.

 

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