Wachstum ohne Ende?

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Am 18.10.2019 hat Greenpeace Stuttgart, Gruppe Teamfünfzigplus (Tfp), in Kooperation mit der VHS Stuttgart zum Thema „Wachstum und Konsum ohne Ende? Alternativen für ein gutes Leben“ in die Volkshochschule Stuttgart eingeladen. Dieser Einladung waren mehr als hundert Menschen gefolgt, die – wie sich zeigte – auch am Begleitprogramm interessiert waren: an der Vorstellung von Gruppen und Organsationen, die sich schon zu einer überlebenstauglichen, zukunftsfähigen Lebens- und Wirtschaftsweise auf den Weg gemacht haben:

• Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V.
• Hobbyhimmel Feuerbach
• Welthaus Stuttgart/Kampagne mEin Stuttgart – mEine Welt
• Solidarische Landwirtschaft – Reyerhof (SoLaWi)
• GLS-Gemeinschaftsbank
• Oikocredit Förderkreis
• Teilbar- die Bibliothek der Dinge
• Lastenrad e.V.
• Geinwohlökonomie Regionalgruppe Stuttgart
• attac Stuttgart
• Klima-und Umweltbündnis Stuttgart (KUS)

Drei Fragen – drei Blöcke

Kern des Abends war der Vortrag zum obigen Thema von Richard Brand, Trainer für Nachhaltigkeit und Transformation, der in drei Blöcken gegliedert war:
• Gibt es ein Problem mit Wachstum? – Dies wurde einstimmig vom Publikum bejaht.
• Welche Strategien, welche Modelle für eine Postwachstumsgesellschaft gibt es schon? – Brand nannte das Begingungslose Einkommen, die Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit, die Gemeinwohlökonomie mit ihrem Herzstück: Gemeiwohlbilanz und die Transition-Town-Bewegung (Stadt im Wandel), die mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen einen Übergang in eine postfossile, lokal-regionale Wirtschaft plant.
• Gibt es Hoffnung für einen Umbau unserer Wachstumsökonomie in eine Ökonomie, die den Raubbau an den natürlichen Ressourcen des Planeten radikal stoppt?

Der Referent skizzierte zum dritten Block drei Strategien zur Überwindung des Kapitalismus. Erstgenannte beschreibt einen totalen Bruch mit dem jetztigen System. Ihr Slogan wäre: "Erst zerstören, dann aufbauen”. Die zweite basiert dagegen auf der Einsicht, dass man die Alternative zum Kapitalismus bereits innerhalb des bestehenden Systems entwickeln muss: "Errichte jetzt, zerstöre später", wäre ihr Motto. In der dritten, der “symbiotischen Strategie”, siedeln sich Machtzentren und Institutionen in der bestehenden Gesellschaft an, mit denen man praktische Probleme lösen kann, die dann der Transformation der Gesellschaft dienen.

Welche Strategie ist die richtige?

Zu den Strategien gab es eine “Murmelrunde”, in der jede(r) sich im Gespräch mit ihrem/seinemNachbarn eine Meinung bilden sollte. Eine Mehrheit votierte für alle drei Optionen gleichtzeitig, eine Minderheit nur für die 1. Strategie mit der Begründung, dass wegen des katastrophalen Raubbaus an der Natur durch unser derzeitiges kapitalistisches Wirtschaftssystem keine Zeit mehr für alle drei Strategien vorhanden sei.
Richard Brand vertrat, was er die “Hoffnungsvolle Haltung” bezeichnete und nach Eric. O Wright auch “Transformation durch Metamorphose” genannt wird:
1. Übernahme von Verantwortung für die eigenen Visionen , 2. Dialog und gemeinsames Gestalten, 3. Ergebnisoffenheit und Lebendigkeit. Der Abend war danach noch nicht zu Ende. Es wurde weiter viel diskutiert – entweder mit dem Referenten oder an den Info-Ständen - mit leckerem Bio-Eis vom Reyerhof .
Ilse Majer-Wehling
Tfp

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