Waldbeirat für Stuttgart jetzt!

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Am 23.10,2018 berät der Ausschuss für Umwelt und Technik im Stuttgarter Gemeinderat über einen Waldbeirat. Hier die Position von Greenpeace dazu.

Wie sich bei der Podiumsdiskussion im Rathaus am 9. Oktober gezeigt hat, gibt es einen weitgehenden Konsens darüber, dass die Bewirtschaftung des Stuttgarter Stadtwaldes neu ausgerichtet werden und dass diese Neuausrichtung unter Beteiligung der Stuttgarter Bürger erfolgen soll. Ein Punkt, der noch Konfliktpotenzial birgt, ist jedoch die Frage, wie die Neuausrichtung gestaltet werden kann.

Ein Beispiel für eine Konfliktlösung zum Umgang mit Wald findet sich in Baden-Württemberg. Im Vorfeld der Nationalparkgründung wurden die Haushalte der Region angeschrieben und um ihre Fragen gebeten. An der Auswertung beteiligt war die Institut für Sozialwissenschaften unter Leitung von Prof. Renn. Es wurden zeitlich befristete Arbeitskreise aus Mitgliedern unterschiedlichster Interessengruppen eingesetzt. Die Bürger konnten Fragen an diese stellen, die öffentlich beantwortet werden mussten.  Mit der Gründung des Nationalparks wurde neben der Nationalparkleitung, dem Nationalparkrat auch ein Nationalparkbeirat verankert. Im Beirat sind Mitglieder relevanter Bereiche aus Kommunen, Vereinen und Verbänden vertreten. Am Beispiel des Wegekonzeptes finden Sie hier den Dialogprozess in der Region und mit den Bürgern; sowie den Ablauf zur Beschlussfassung im Beirat, Rat und der Verwaltung:

https://www.nationalpark-schwarzwald.de/nationalpark/organisation

https://www.nationalpark-schwarzwald.de/mitmachen/beteiligung/wegekonzept

In Stuttgart kann ein Waldbeirat mit Vertretern unterschiedlicher gesellschaftlicher Bereiche das Forstamt und den Ausschuss für Umwelt und Technik entlasten. Aufgaben eines Waldbeirats können die Errichtung einer Ombudsstelle für Bürgerfragen (z.B. wegen Baummarkierungen vor Fällungen) und die Erarbeitung eines Wegekonzepts sein, was auch Ideen zur Streichung ausgewiesener Wege bedeuten kann. Solche nicht mehr als Spazierwege gekennzeichneten Wege müssten dann nicht mehr zwingend durch den Revierförster gesichert werden. Eine weitere Aufgabe kann eine Zieldefinition für den Wald, im Blick auf dessen Bedeutung für die Naherholung und Klima-und Artenschutz sein, z.B. mit dem Zulassen der waldtypischen Arten in älteren Waldphasen. Die Begleitung von Zertifizierungsaudits und die Vermittlung zwischen den Interessen des Landes und der Stuttgarter Bürger, kann ein Waldbeirat unterstützend übernehmen. Auch die Kommunikation und Austausch mit Waldvereinen und Interessengruppen können ein Aufgabenfeld darstellen, z.B. Informationskampagnen Mountainbike sowie Müllsammelaktionen. Auf diese Weise kann ein sinnvoll aufgestellter Waldbeirat zum gegenseitigen Verständnis zwischen Forstamt, Gemeinderat, den Revierförstern und den Bürgern beitragen. Alle zusammen für unseren Wald!

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