XXXL verweigert Auskunft

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Stand 15.10.2015: Erster Erfolg. Die Filiale möchte nun endlich bei ihren Zulieferen nach den von Greenpeace Stuttgart angeforderten Genehmigungen für den Handel mit Mahagonimöbeln anfragen. Wir werden das Thema Mahagoni und Holzhandel weiter beobachten.

Stand 14.10. 2015

Greenpeace Stuttgart demonstrierte heute or der Filiale XXXL Lutz in Fellbach und forderte Transparenz und Fairness. Die Greenpeacer trotzten den winterlichen Temperaturen und entrollten ein Banner neben dem Eingang des Möbelhauses. „Sei fair und erklär: Wo kommt das Holz für Deine Möbel her?“ war dort für jeden Besucher und Autofahrer der angrenzenden Schnellstraße zu lesen. Darüber hinaus wurden Handzettel verteilt, die über den Grund der Aktion aufklärten.

In dieser Filiale hat Greenpeace Stuttgart Möbel entdeckt, die als Mahagoni Echtholz bezeichnet werden. Mahagoni (Swietenia spp.) wird im Anhang 2 des Washingtoner Artenschutzabkommens und Anhang B der EG-Verordnung 1320/2014 genannt. Diese Holzart, darf nur mit entsprechenden Genehmigungen importiert und gehandelt werden.

Aus diesem Grund hat Greenpeace Stuttgart die Filiale aufgefordert die Genehmigung zum Handel mit Mahagonimöbeln vorzulegen. Auch nach mehrmaligen Anfragen antwortet die Filiale nicht. Mahagoni gehört schon seit Jahrzehnten zu den begehrtesten Holzarten Amazoniens und ist durch die weltweite Nachfrage vom Aussterben bedroht und bedarf des dringenden Schutzes.

Die Gier nach wertvollen Hölzern hat bereits zur Zerstörung großer Waldgebiete Amazoniens geführt. Für jeden Baum werden riesige Schneisen in den Wald geschlagen und Straßen für deren Abtransport gebaut. Der winkende Profit hat kriminelle Energien entfacht und eine skrupellos agierende Holz-Mafia entstehen lassen. Die mafiösen Strukturen befördern den illegalen Einschlag und Handel und untergraben Initiativen zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise. 2014 veröffentlichte Greenpeace mit „The Amazon Silent Crisis“, einen Report der die weitreichenden Illegalitäten der Holzwirtschaft im brasilianischen Amazonas nachweist. Der Bericht „Green Carbon – Black Trade“, geschrieben von der UNEP und Interpol, weist nach, dass 50 bis 90 Prozent des Waldwirtschaftsvolumens der Tropenwälder widerrechtlich genutzt werden.

Die EU-Holzhandelsverordnung EUTR verbietet das Einführen von illegalem Holz und Holz-Erzeugnissen nach Europa und schreibt vor, dass Holzimporteure die Verantwortung für die Legalität ihrer Produkte tragen. Unternehmen müssen die Legalität ihrer Waren bis zum Ursprung nachweisen können.

"XXXL sollte seine Bezugsquellen offenlegen, um sich von einem möglichen Verdacht nicht nachhaltiger Holzbeschaffung in seiner Lieferkette zu distanzieren", sagt Tanja Pfeiffer von Greenpeace Stuttgart.

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